Airholder Dachträger-Plattform mit schwarzen Aluminium-Querprofilen in der Werkstatt, fotografiert am offenen Hallentor bei Tageslicht.

Airholder System: Wie viele Querprofile braucht man auf dem Dach – und wovon hängt die Anzahl ab?

Denis Khristolyubov

Eine der häufigsten Fragen zu Airholder lautet ganz einfach: „Wie viele Profile brauche ich auf dem Dach?“
Die richtige Antwort beginnt jedoch immer mit einer Gegenfrage: „Was möchten Sie transportieren – und wie nutzen Sie den Dachträger?“

Bei Airholder ist die Anzahl der Querprofile nicht starr vorgegeben. Sie wird nach Einsatzzweck konfiguriert. Manchmal ist die Logik eher eine Plattform, manchmal eine tragende Struktur für ein konkretes Setup – damit man nicht für Material bezahlt, das später gar nicht genutzt wird.


Warum die Anzahl der Querprofile überhaupt variiert

Die Anzahl der Querprofile beeinflusst drei zentrale Punkte:

  1. Tragfähigkeit und Lastverteilung
    Je mehr Auflagepunkte es gibt, desto gleichmäßiger wird die Last über Dachträger, Befestigungen und Fahrzeugdach verteilt.

  2. Kompatibilität mit Zubehör
    Dachzelt, Solarpanel, Transportboxen, Kanister, Sandbleche, Befestigungssysteme – jedes Setup hat eine andere Kontaktfläche und andere Anforderungen an die Auflage.

  3. Preis, Gewicht und Alltagstauglichkeit
    Jedes zusätzliche Profil bedeutet Material, Bearbeitung, Befestigung, Verpackung. Manchmal ist das notwendig – manchmal erhöht es nur Kosten und Gewicht ohne echten Mehrwert.


Wovon hängt die Profilanzahl im Airholder System ab?

Hier sind die wichtigsten Faktoren, nach denen wir konfigurieren:

1) Einsatzzweck des Dachträgers

Der wichtigste Punkt. Unterschiedliche Szenarien brauchen unterschiedliche „Profil-Dichte“:

  • Dachzelt (Roof Tent)

  • Solarpanels

  • Transport von Langgut (Bretter, Rohre, Leitern)

  • Expeditions-Setup (Kisten, Kanister, Sandbleche, Reserverad)

  • „Plattform“-Nutzung (häufiges Begehen/Arbeiten auf dem Dach)

  • kombinierte Setups (Zelt + Cargo + Panels)

2) Auflagefläche des Zubehörs (Kontaktpunkte)

Ein Dachzelt hat in der Regel zwei Längsschienen / Längsprofile an der Unterseite. Genau diese übertragen die Last auf den Dachträger.

Praxisregel für Dachzelte:

  • mindestens 2 Querprofile unter den Längsschienen

  • besser 3 Querprofile, damit das Zelt stabiler aufliegt und die Last sauberer verteilt wird

Warum „besser 3“? Weil die Belastung in der Realität nie perfekt gleichmäßig ist: Fahrdynamik, Schrägstand, punktuelle Verstärkungen am Zeltboden. Eine dritte Auflage verbessert die Stabilität deutlich und reduziert lokale Spitzenbelastungen.

3) Dachlänge und Fahrzeuggeometrie

Auf kurzen Dächern ist eine dichte „Gitter“-Struktur oft einfacher (und günstiger) umzusetzen – Profile sind kürzer, zusätzliche Querprofile treiben den Preis weniger stark. Bei langen Dächern wirkt sich jedes zusätzliche Profil stärker auf Kosten und Gewicht aus – daher macht es Sinn, nur so viel zu verbauen, wie die Aufgabe tatsächlich verlangt.

4) Abstand  zwischen den Querprofilen (200 mm, 400 mm usw.)

Der Abstand ist ein Kompromiss zwischen „Plattform“ und „Rahmen“:

  • 200 mm Abstand: mehr Universalität, flexiblere Zubehörpositionierung, bessere Lastverteilung

  • 400 mm Abstand: ideal, wenn die Hauptaufgabe klar ist (z. B. Dachzelt) und der Dachträger preislich attraktiver werden soll, ohne die Funktion zu verlieren


Beispiel 1: Suzuki Jimny – Standard 200 mm, bei Bedarf als Plattform

In der Standardkonfiguration für den Suzuki Jimny nutzen wir Querprofile mit 200 mm Abstand. Das ist ein sehr guter Kompromiss aus Flexibilität und Stabilität: Zubehör lässt sich gut platzieren, Lasten lassen sich sauber verteilen, und man ist nicht auf nur wenige „richtige“ Querprofile angewiesen.

Wichtig: Im Airholder System ist die Konfiguration nicht fix. Am Jimny kann man auch mehr Querprofile hinzufügen, den Abstand reduzieren und den Dachträger damit praktisch in eine vollwertige Plattform verwandeln.

Wofür ist das sinnvoll?

  • Stehen und Arbeiten auf dem Dach. Mit einer nahezu geschlossenen Oberfläche kann man sich oben deutlich sicherer bewegen.

  • Szenario „Beobachtung / Jagd“. Für einen Jäger kann eine Plattform-Konfiguration das Dach zur Arbeitsfläche machen: man steht stabil und nutzt die Höhe für Beobachtung bzw. Jagd, ohne mit dem Fuß zwischen Profile zu geraten.

  • Maximale Freiheit beim Beladen. Je dichter die Profile, desto einfacher lässt sich Ausrüstung an beliebiger Stelle befestigen – ohne strikte Bindung an zwei oder drei Querprofile.

Der Jimny ist damit ein gutes Beispiel dafür, wie man durch die Profilanzahl von „Dachträger für eine konkrete Aufgabe“ hin zu „universeller Plattform“ wechseln kann.


Beispiel 2: VW T6 – reduzierte Konfiguration mit 400 mm Abstand

Beim VW T6 sind wir bewusst einen anderen Weg gegangen: Wir haben eine reduzierte Konfiguration entwickelt, bei der der Abstand zwischen den Querprofilen ca. 400 mm betragen kann.

Warum haben wir beim T6 die Profilanzahl reduziert? Hauptgrund: Der Dachträger soll preislich zugänglicher werden, ohne den Kernnutzen zu verlieren.

Wenn das typische Szenario ein Dachzelt ist, dann zählt nicht „wie viele Profile insgesamt“, sondern wie viele Querprofile das Zelt wirklich tragen. Ein Dachzelt sollte mit seinen Längsschienen mindestens auf 2 Querprofilen aufliegen – besser auf 3. Ist diese Bedingung erfüllt, sind weitere Querprofile oft „nice to have“, aber nicht zwingend erforderlich.

Genau deshalb sind wir beim T6 bewusst weg von einer maximal dichten Plattform-Logik und hin zu einer Konfiguration gegangen, die die häufigsten realen Setups – vor allem Dachzelt – abdeckt, dabei aber wirtschaftlich attraktiver bleibt.


Einfach nachrüsten: Customizing über Zubiher (Zusatzprofile)

Ein großer Vorteil des Airholder Systems ist, dass sich die Konfiguration später sehr einfach erweitern lässt. Wenn sich Ihr Setup verändert (z. B. von „Dachzelt-only“ zu „Dachzelt + Cargo“), müssen Sie nicht den ganzen Dachträger tauschen.

Stattdessen können Sie zusätzliche Querprofile einzeln nachkaufen und den Abstand bzw. die Anzahl der Profile nach Bedarf anpassen. Diese Zusatzprofile führen wir bei uns als Zubiher (Zubehör). Damit wird aus einer reduzierten Konfiguration auf Wunsch schnell wieder eine dichter aufgebaute Lösung – bis hin zur Plattform-Logik, wenn das Ziel maximale Auflagefläche ist.


So wählen Sie Ihre Konfiguration – ein einfacher Entscheidungsweg

  1. Hauptaufgabe definieren
    Dachzelt? Solarpanels? Plattform für Cargo? Kombination?

  2. Kontaktpunkte prüfen
    Beim Dachzelt: mindestens 2 Querprofile, optimal 3 unter den Längsschienen.

  3. Plattform oder „Zweckrahmen“?
    Wenn Sie maximale Flexibilität und häufig wechselnde Ladung möchten: dichter (z. B. Richtung 200 mm oder weniger).
    Wenn die Aufgabe klar ist (z. B. Dachzelt): Abstand kann größer sein (z. B. 400 mm), bei gleicher Funktion und geringerem Preis.

  4. Dachlast des Fahrzeugs beachten
    Immer die zulässige dynamische und statische Dachlast des jeweiligen Fahrzeugs berücksichtigen. Die Konfiguration sollte so gewählt sein, dass die Last im realen Nutzungsszenario sauber verteilt wird.