Wer einen Dachträger montiert (z. B. auf VW T6 / T6.1, aber auch auf anderen Fahrzeugen), denkt meist an Traglast, Querträger, Zubehör und Optik. Was jedoch über die langfristige Zuverlässigkeit entscheidet, ist oft ein Detail: die Abdichtung der Gewindebefestigungen am Fahrzeugdach.
Denn an genau diesen Stellen kann Wasser in die Karosserie gelangen – nicht irgendwo, sondern über die Gewindepunkte, an denen der Dachträger verschraubt wird. Und das passiert häufiger, als viele denken.
Was sind „Gewindepunkte“ am Dach – und warum sind sie kritisch?
Gewindepunkte (z. B. Gewindeeinsätze, Nietmuttern, werksseitige Gewindeaufnahmen) sind die Verschraubungsstellen, an denen die Füße/Adapter/Halter des Dachträgers befestigt werden.
Diese Bereiche sind dauerhaft Belastungen ausgesetzt:
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Regen, Schnee, Kondenswasser
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Spritzwasser von der Straße
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Waschanlage / Hochdruckreinigung
Wichtig: Ein Gewinde ist konstruktiv nicht automatisch wasserdicht, nur weil die Schraube fest sitzt.
Wie Wasser durch Gewindebefestigungen ins Fahrzeug gelangt
Selbst bei korrekt angezogener Schraube bleiben mikroskopische Spalte. Wasser findet dann oft genau dort seinen Weg:
1) Kapillarwirkung im Gewinde
Ein Gewinde wirkt wie ein feiner Kanal. Wasser kann sich entlang der Gewindegänge nach innen „hochziehen“ – besonders bei längerer Feuchtigkeit und Temperaturwechseln.
2) Unter Schraubenkopf / Unterlegscheibe / Auflagefläche
Wenn die Auflage nicht sauber abdichtet (z. B. durch minimale Unebenheiten, Setzen, Verrutschen), läuft Wasser unter die Kontaktfläche – und landet am Ende wieder beim Gewinde.
3) An der Basis des Gewindeeinsatzes
Je nach Dachaufbau kann Wasser, sobald es den Gewindebereich erreicht, in Hohlräume/Schichten gelangen – oft zunächst unbemerkt.
Merksatz: Wasser braucht keinen sichtbaren Spalt – ein Mikrospalt reicht.
Was kann passieren, wenn es durch das Gewinde „nur ein bisschen“ leckt?
Eine Gewinde-Leckage ist tückisch, weil sie oft schleichend ist. Typische Folgen:
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Korrosion rund um den Gewindepunkt (und später schlechter Halt)
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Feuchte Dämmung → Geruch, Schimmel
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Wasser wandert in Bauteile/Steckverbindungen → Elektrik-Risiken
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Flecken am Dachhimmel, Verformungen, aufwändige Trocknung
Wichtig: Das Problem zeigt sich häufig erst Wochen später, wenn innen bereits Feuchtigkeit „arbeitet“.
Warum das bei Multivan besonders schnell zur großen Baustelle wird
Bei einigen einfachen Innenausstattungen ist der Zugang zu Bereichen unter dem Dachhimmel eher unkompliziert.
Bei VW Multivan (und generell Fahrzeugen mit komplexer Technik unter dem Dachhimmel) kann eine Undichtigkeit an einem einzigen Gewindepunkt bedeuten:
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mehr Demontage (Dachhimmel/Verkleidungen),
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mehr Fehlersuche,
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mehr Zeit für Trocknung und Wiederaufbau.
Kurz: Was bei einer „einfacheren“ Variante noch überschaubar ist, wird beim Multivan schnell zur echten Kopfsache.
Airholder Empfehlung: Gewindepunkte immer abdichten
Bei der Montage eines Dachträgers (z. B. Airholder auf VW T6/T6.1) empfehlen wir sehr klar:
✅ Jede Gewindebefestigung am Dach muss abgedichtet werden – nicht nur „außenrum“, sondern so, dass Wasser keinen Weg entlang des Gewindes findet.
Dazu gehören immer zwei Ebenen:
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Abdichtung des Gewindepfads (damit Wasser nicht entlang der Gewindegänge wandert)
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Abdichtung der Auflagefläche (damit Wasser gar nicht erst an die Gewindestelle kommt)
Wichtig: Abdichtung funktioniert nur auf sauberer, trockener, entfetteter Oberfläche. Sonst löst sich das Material später – und die Leckage ist vorprogrammiert.
Typische Fehler, die wir immer wieder sehen
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„Fest angezogen = dicht“ (leider nein)
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Nur oben abdichten, Gewindepfad bleibt offen
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Trocken montieren und später außen „nachschmieren“
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Ungeeignete Dichtmittel, die sich mit der Zeit ablösen
Wichtig: Nachträgliches „Außenabdichten“ löst selten die Ursache, wenn Wasser bereits über das Gewinde wandert.

